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Was macht einen erfolgreichen Unternehmer aus?

12 min Lesezeit

In der Geschäftswelt wird Erfolg oft in Zahlen gemessen: Umsatzwachstum, Gewinnmargen und Marktanteile. Doch wahrhaft erfolgreiche Unternehmer wissen, dass nachhaltiger Erfolg weit über finanzielle Kennzahlen hinausgeht. Die wirklich entscheidenden Faktoren sind häufig die "weichen" Aspekte der Unternehmensführung – jene Elemente, die Kultur, Zusammenhalt und langfristige Perspektiven schaffen. Dieser Artikel beleuchtet die Soft-Faktoren, die erfolgreiche Unternehmer von durchschnittlichen Geschäftsleuten unterscheiden.

Mitarbeiterorientierung: Das Herzstück erfolgreicher Unternehmensführung

Zufriedene Mitarbeiter als Schlüssel zum Erfolg

Erfolgreiche Unternehmer haben erkannt, dass ihre wertvollste Ressource nicht in den Bilanzen erscheint: Es sind die Menschen, die täglich ihre Arbeitskraft, Kreativität und Leidenschaft einbringen.

Warum Mitarbeiterzufriedenheit entscheidend ist:

  • Geringere Fluktuation: Zufriedene Mitarbeiter bleiben länger, wodurch wertvolles Wissen im Unternehmen bleibt
  • Höhere Produktivität: Engagierte Teams arbeiten bis zu 21% produktiver als unzufriedene
  • Besserer Kundenservice: Mitarbeiter, die sich wertgeschätzt fühlen, geben diese positive Einstellung an Kunden weiter
  • Mehr Innovation: In einem vertrauensvollen Umfeld teilen Mitarbeiter eher kreative Ideen und Verbesserungsvorschläge

Praxisbeispiel: Ein mittelständischer Produktionsbetrieb führte flexible Arbeitszeitmodelle und Weiterbildungsprogramme ein. Innerhalb eines Jahres sank die Fluktuation um 34%, während die Produktivität um 17% stieg.

Wie erfolgreiche Unternehmer Mitarbeiterzufriedenheit fördern

Die Schaffung eines positiven Arbeitsumfelds ist keine Nebensache, sondern eine strategische Priorität:

  • Echte Wertschätzung zeigen: Erfolg anerkennen, Feedback geben und aktiv zuhören
  • Entwicklungsmöglichkeiten bieten: Karrierepfade aufzeigen und individuelles Wachstum fördern
  • Vertrauen und Autonomie gewähren: Mikromanagement vermeiden und Entscheidungsspielräume eröffnen
  • Work-Life-Balance respektieren: Flexible Arbeitsmodelle anbieten und Überlastung vermeiden
  • Sinnstiftende Tätigkeiten ermöglichen: Den größeren Zusammenhang der Arbeit vermitteln

Praxistipp: Führen Sie regelmäßige, anonyme Mitarbeiterbefragungen durch und setzen Sie die daraus gewonnenen Erkenntnisse konsequent um. Zeigen Sie, dass Feedback zu konkreten Veränderungen führt.

Kundenorientierung: Mehr als nur ein Schlagwort

Von der Kundenzufriedenheit zur Kundenbegeisterung

Erfolgreiche Unternehmer streben nicht nur nach zufriedenen Kunden – sie möchten Kunden begeistern und zu Markenbotschaftern machen.

Die Kraft echter Kundenorientierung:

  • Kundenbindung: Loyale Kunden kaufen häufiger, mehr und sind weniger preissensitiv
  • Organisches Wachstum: Begeisterte Kunden empfehlen das Unternehmen aktiv weiter
  • Wertvolle Insights: Enger Kundenkontakt liefert wichtige Erkenntnisse für Produktverbesserungen
  • Widerstandsfähigkeit: Bei Marktveränderungen bieten treue Kunden eine stabile Basis

Praxisbeispiel: Ein kleines Beratungsunternehmen implementierte ein systematisches Follow-up-Programm nach jedem Projektabschluss. Der Net Promoter Score stieg innerhalb eines Jahres von 32 auf 67, während der Anteil an Empfehlungsgeschäft von 15% auf 42% wuchs.

Strategien für außergewöhnlichen Kundenservice

Erfolgreiche Unternehmer machen Kundenorientierung zur Chefsache:

  • Kundenverständnis vertiefen: Regelmäßige Kundengespräche führen, nicht nur bei Problemen
  • Erwartungen übertreffen: Nicht nur das Versprochene liefern, sondern positive Überraschungen schaffen
  • Probleme als Chancen sehen: Beschwerden als Verbesserungspotenzial begreifen und überdurchschnittlich lösen
  • Kunden einbeziehen: Feedback bei Produkt- und Serviceentwicklung berücksichtigen
  • Den gesamten Kundenprozess optimieren: Alle Berührungspunkte vom ersten Kontakt bis zur Nachbetreuung durchdenken

Praxistipp: Schaffen Sie ein unternehmensweites System zum Sammeln und Auswerten von Kundenfeedback. Teilen Sie positive Kundenerfahrungen im Team und analysieren Sie kritisches Feedback gemeinsam.

Sinnstiftung und Purpose: Der innere Kompass

Warum Unternehmenszweck wichtiger ist denn je

Moderne Unternehmer wissen, dass Mitarbeiter und Kunden zunehmend nach Sinn und Bedeutung suchen. Ein klar definierter Unternehmenszweck bietet Orientierung und motiviert auf einer tieferen Ebene als finanzielle Anreize.

Die Vorteile einer klaren Sinnorientierung:

  • Stärkere Identifikation: Mitarbeiter, die den Unternehmenszweck teilen, engagieren sich stärker
  • Bessere Entscheidungen: Ein klarer Purpose dient als Entscheidungsfilter im Tagesgeschäft
  • Attraktivität für Talente: Sinnorientierte Unternehmen ziehen passende Bewerber an
  • Kundenbindung: Kunden bleiben Marken treu, deren Werte sie teilen
  • Resilienz: In Krisen gibt ein übergeordneter Zweck Halt und Orientierung

Praxisbeispiel: Ein Handwerksbetrieb definierte seinen Unternehmenszweck neu als "Wir schaffen Lebensräume, in denen Menschen sich entfalten können" statt "Wir bauen Häuser". Die Mitarbeiterzufriedenheit stieg messbar, und die Bewerberzahlen verdoppelten sich innerhalb eines Jahres.

Wie erfolgreiche Unternehmer Sinnhaftigkeit verankern

Sinnstiftung muss authentisch sein und gelebt werden:

  • Purpose definieren: Den tieferen Zweck des Unternehmens jenseits von Gewinnerzielung formulieren
  • Werte etablieren: Konkrete Leitplanken für Entscheidungen und Verhalten festlegen
  • Geschichte erzählen: Die Unternehmensmission in Form von Geschichten vermitteln
  • Vorleben statt predigen: Als Führungskraft den Purpose durch eigenes Handeln verkörpern
  • In Entscheidungen integrieren: Bei strategischen und operativen Entscheidungen den Purpose als Maßstab anlegen

Praxistipp: Gestalten Sie regelmäßige "Purpose-Workshops", in denen Teams reflektieren, wie ihre tägliche Arbeit zum übergeordneten Unternehmenszweck beiträgt. Feiern Sie gemeinsam Erfolgsgeschichten, die den Purpose widerspiegeln.

Ethische Unternehmensführung: Integrität als Grundlage

Warum Ethik zum Geschäftserfolg beiträgt

Erfolgreiche Unternehmer der Gegenwart wissen: Langfristiger Erfolg basiert auf ethischem Handeln und Vertrauen.

Die Geschäftsvorteile ethischer Führung:

  • Vertrauen bei Stakeholdern: Kunden, Lieferanten und Partner vertrauen integren Unternehmen mehr
  • Risikominimierung: Ethisches Handeln vermeidet rechtliche und Reputationsrisiken
  • Attraktivität als Arbeitgeber: Menschen arbeiten lieber für Unternehmen mit hohen ethischen Standards
  • Langfristorientierung: Ethische Führung fördert nachhaltige Geschäftsmodelle statt kurzfristiger Gewinnoptimierung
  • Gesellschaftliche Akzeptanz: Verantwortungsvolles Handeln sichert die "License to operate"

Praxisbeispiel: Ein mittelständischer Online-Händler implementierte transparente Lieferketten und faire Lieferantenbeziehungen. Trotz leicht höherer Preise stieg der Umsatz um 23%, weil Kunden die ethische Positionierung honorierten.

Ethische Prinzipien im Unternehmensalltag

So verankern erfolgreiche Unternehmer ethisches Handeln:

  • Transparenz schaffen: Offen und ehrlich über Entscheidungen, Erfolge und Misserfolge kommunizieren
  • Fairness praktizieren: Gerechte Behandlung aller Stakeholder sicherstellen
  • Verantwortung übernehmen: Für Fehler einstehen und Konsequenzen ziehen
  • Nachhaltigkeit fördern: Ökologische und soziale Auswirkungen in Geschäftsentscheidungen einbeziehen
  • Vorbildfunktion ausüben: Als Führungskraft ethische Standards vorleben

Praxistipp: Entwickeln Sie einen Ethik-Kodex, der konkrete Handlungsleitlinien für alltägliche Situationen bietet. Stellen Sie sicher, dass dieser in der Unternehmenskultur verankert ist und regelmäßig reflektiert wird.

Kontinuierliches Lernen: Anpassungsfähigkeit als Erfolgsfaktor

Warum Lernbereitschaft entscheidend ist

In einer sich rasant verändernden Geschäftswelt ist die Fähigkeit zu lernen und sich anzupassen wichtiger als statisches Wissen.

Die Vorteile einer Lernkultur:

  • Innovationskraft: Lernende Organisationen entwickeln mehr und bessere Ideen
  • Anpassungsfähigkeit: Schnellere Reaktion auf Marktveränderungen und neue Technologien
  • Fehlertoleranz: Aus Fehlschlägen wird konstruktiv gelernt statt Schuldige zu suchen
  • Wissenstransfer: Erkenntnisse werden geteilt und multipliziert
  • Attraktivität für Talente: Entwicklungsorientierte Menschen suchen lernende Unternehmen

Praxisbeispiel: Ein traditioneller Handwerksbetrieb führte monatliche "Lernfrühstücke" ein, bei denen Teams neue Techniken und Lösungsansätze vorstellten. Innerhalb eines Jahres verbesserte sich die Prozesseffizienz um 28% und neue Dienstleistungen trugen 15% zum Umsatzwachstum bei.

Wie erfolgreiche Unternehmer eine Lernkultur fördern

Kontinuierliches Lernen muss systematisch gefördert werden:

  • Neugier kultivieren: Fragen und Hinterfragen ermutigen, Status quo herausfordern
  • Experimentieren fördern: Raum für Versuche und "Minimal Viable Products" schaffen
  • Fehler als Lernchance begreifen: Konstruktives Feedback statt Schuldzuweisungen praktizieren
  • Wissensaustausch institutionalisieren: Strukturen für den Wissenstransfer im Unternehmen etablieren
  • Persönliche Entwicklung unterstützen: Zeit und Ressourcen für Weiterbildung bereitstellen

Praxistipp: Führen Sie "Retrospektiven" nach Projekten oder in regelmäßigen Abständen durch, bei denen Teams reflektieren: Was lief gut? Was können wir verbessern? Was haben wir gelernt? Dokumentieren Sie die Erkenntnisse und machen Sie sie zugänglich.

Balance und persönliche Nachhaltigkeit: Langfristig erfolgreich bleiben

Warum Selbstfürsorge kein Luxus ist

Erfolgreiche Unternehmer wissen, dass ihre wichtigste Ressource sie selbst sind. Nachhaltige Leistungsfähigkeit erfordert bewusste Selbstfürsorge.

Die Vorteile einer gesunden Balance:

  • Bessere Entscheidungen: Ausgeglichene Führungskräfte treffen klarere, weitsichtigere Entscheidungen
  • Vorbildwirkung: Eine gesunde Work-Life-Balance der Führung prägt die Unternehmenskultur
  • Langfristige Leistungsfähigkeit: Burnout-Prävention sichert nachhaltige Führungskompetenz
  • Kreativität und Innovation: Erholung und Abstand fördern neue Perspektiven und kreative Lösungen
  • Authentizität: Eine ausgewogene Lebensführung ermöglicht authentisches Führen

Praxisbeispiel: Eine Unternehmerin führte "Meeting-freie Mittwochnachmittage" ein – für sich und alle Mitarbeiter. Die Produktivität stieg, während Überstunden und krankheitsbedingte Ausfälle zurückgingen.

Strategien für nachhaltige Unternehmensführung

So sorgen erfolgreiche Unternehmer für ihre eigene Nachhaltigkeit:

  • Grenzen setzen: Klare Arbeitszeiten definieren und Erreichbarkeit begrenzen
  • Delegation praktizieren: Verantwortung abgeben und Vertrauen schenken
  • Reflexionszeiten einplanen: Regelmäßige Auszeiten für strategisches Denken reservieren
  • Körperliche Gesundheit pflegen: Bewegung, Ernährung und Schlaf priorisieren
  • Unterstützungsnetzwerke aufbauen: Mentoren, Coaches oder Unternehmerkreise nutzen

Praxistipp: Führen Sie ein persönliches "Energietagebuch", um zu erkennen, welche Aktivitäten Sie energetisieren und welche Sie erschöpfen. Gestalten Sie Ihren Arbeitsalltag bewusst so, dass energiespendende Aktivitäten regelmäßig vorkommen.

Fazit: Erfolg neu definieren

Nachhaltiger unternehmerischer Erfolg basiert heute mehr denn je auf den "weichen" Faktoren der Unternehmensführung. Zufriedene Mitarbeiter, begeisterte Kunden, eine sinnstiftende Unternehmenskultur, ethisches Handeln, kontinuierliches Lernen und persönliche Balance – diese Elemente bilden das Fundament für langfristigen Erfolg.

Die wirklich erfolgreichen Unternehmerinnen und Unternehmer der Gegenwart und Zukunft definieren Erfolg ganzheitlicher als ihre Vorgänger. Sie verstehen, dass finanzielle Ergebnisse eine Folge, nicht die Ursache guter Unternehmensführung sind. Sie bauen Unternehmen, die nicht nur Gewinne erwirtschaften, sondern auch positive Wirkung für alle Beteiligten entfalten.

Als angehender oder etablierter Unternehmer sollten Sie sich daher fragen: Wie kann ich diese Soft-Faktoren in meinem Unternehmen stärken? Die Antwort auf diese Frage könnte der Schlüssel zu Ihrem nachhaltigen Erfolg sein.

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Über den Autor

Christopher Heckel

Christopher Heckel

Co-Founder & CTO

Christopher hat als CTO des Mittelstandsfinanziers Creditshelf die digitale Transformation von Finanzlösungen für den Mittelstand geleitet. Viaductus wurde mit dem Ziel gegründet, mit Technologie für Unternehmensübernahmen und -verkäufe Menschen zu unterstützen, ihre finanziellen Ziele zu erreichen.

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