Offene Handelsgesellschaft (OHG)

Erfahren Sie alles Wichtige über die Offene Handelsgesellschaft (OHG). Dieser Artikel erläutert die Eigenschaften, Vor- und Nachteile sowie die Haftungsregelungen dieser Rechtsform.

Definition der Offenen Handelsgesellschaft (OHG)

Die Offene Handelsgesellschaft (OHG) ist eine Personengesellschaft, die ein Handelsgewerbe unter einer gemeinsamen Firma betreibt. Sie ist im Handelsgesetzbuch (HGB) geregelt und entsteht durch den Zusammenschluss von mindestens zwei Gesellschaftern, die auch natürliche Personen sein können.

Eigenschaften der OHG

  • Die OHG ist eine rechtsfähige Personengesellschaft mit eigenen Rechten und Pflichten.
  • Sie muss ins Handelsregister eingetragen werden.
  • Die Gesellschafter haften unbeschränkt und gesamtschuldnerisch mit ihrem Privatvermögen.
  • Es besteht Firmenwahlfreiheit mit dem Zusatz "OHG" oder "& Co.".
  • Die OHG wird durch ihre Gesellschafter vertreten.
  • Geschäftsführung und Vertretung können im Gesellschaftsvertrag geregelt werden.

Haftung in der OHG

Ein wesentliches Merkmal der OHG ist die persönliche Haftung der Gesellschafter. Jeder Gesellschafter haftet unbeschränkt und gesamtschuldnerisch für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft. Das bedeutet:

  • Gläubiger können sich direkt an die einzelnen Gesellschafter wenden.
  • Die Gesellschafter haften auch mit ihrem Privatvermögen.
  • Es besteht eine Nachschusspflicht bei Verlusten.

Gründung einer OHG

Die Gründung einer OHG erfordert mindestens zwei Gesellschafter und einen Gesellschaftsvertrag. Dieser sollte schriftlich verfasst werden und Regelungen zu folgenden Punkten enthalten:

  • Firma und Sitz der Gesellschaft
  • Gegenstand des Unternehmens
  • Rechte und Pflichten der Gesellschafter
  • Geschäftsführung und Vertretung
  • Gewinn- und Verlustverteilung
  • Einlagen der Gesellschafter
  • Dauer und Auflösung der Gesellschaft

Die Eintragung ins Handelsregister ist konstitutiv, d.h. die OHG entsteht erst mit der Eintragung.

Vor- und Nachteile der OHG

Vorteile:

  • Einfache Gründung und Änderung des Gesellschaftsvertrags
  • Keine Mindestkapitalanforderungen
  • Flexibilität und schnelle Entscheidungsfindung
  • Steuervorteile durch Transparenzprinzip

Nachteile:

  • Unbeschränkte und gesamtschuldnerische Haftung der Gesellschafter
  • Schwierigkeiten bei der Eigenkapitalbeschaffung
  • Probleme bei der Nachfolgeregelung
  • Hohe Anforderungen an das Vertrauensverhältnis der Gesellschafter

Fazit

Die OHG ist eine geeignete Rechtsform für kleinere und mittlere Unternehmen, bei denen die Gesellschafter bereit sind, unbeschränkt zu haften und ein enges Vertrauensverhältnis besteht. Sie bietet Flexibilität und steuerliche Vorteile, erfordert aber auch ein hohes Maß an Verantwortung und Risiko für die Gesellschafter.

Weitere Rechtsformen können unter den Artikeln AG, GbR, GmbH, GmbH & Co. KG und KG eingesehen werden.

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